Emotionale Intelligenz wächst in Schichten – ähnlich wie eine Hecke
Ein Zugang zu Gefühlen entsteht über Bilder, Sprache, Spielraum und Beziehung.
Gefühle zeigen sich nicht immer sofort. Manches wird erst sichtbar, wenn man ihm Raum gibt.
Wie in einer Hecke darf auch hier Verschiedenes gleichzeitig da sein
Ein guter Zugang zu Gefühlen entsteht nicht auf einmal. Er wächst Schicht für Schicht.
Was gleichzeitig da sein darf
Gefühle kommen selten einzeln. Sie überlagern sich, tauchen gleichzeitig auf und sind nicht immer sofort klar.
Kinder erleben Freude und Unsicherheit, Wut und Traurigkeit, Nähe und Rückzug oft nebeneinander. Das darf sein.
So kann es sein, dass die Schlafmaus noch neben Mila liegt und sie zugleich schon die Rufe des Wutsteins hört, der Wasser braucht. Oder dass der Schattenfuchs noch zögert, während der knisternde Hallimasch-Pilz schon leuchtet und lockt.
Was sichtbar werden kann
Gefühle ganz wahrzunehmen ist nicht immer leicht. Darum kann es helfen, sich ihnen über Bilder zu nähern.
Dann wird Überforderung zu Regen, der ohne Schutz auf die kleine Schnecke prasselt. Oder Freude zeigt sich in einer Ringelblume, die leuchtet und sich öffnet.
So werden Gefühle nicht kleiner gemacht, aber greifbarer.
Was Orientierung geben kann
Sobald Gefühle überhaupt wahrnehmbar werden, können sie zu Wegweisern werden. Nicht, weil sie sofort alles erklären, sondern weil sie zeigen, wo etwas zu viel ist, wo etwas fehlt oder wo wir besser auf uns achten sollten.
So könnte es sein, dass Mila sich beim nächsten Mal nicht von der kleinen Schnecke hetzen lässt, sondern sich erst kurz ins weiche Moos legt, bevor sie weiterzieht.
Was einen eigenen Ausdruck finden darf
Auch die Sprache der Farben darf offen bleiben.
Zwischen Hexenlila, wenn alles verhext und zu viel scheint, und Nebelgrau, wenn Angst den Blick ein wenig verhüllt, entsteht ein kreativer Raum.
Vielleicht gibt es auch ganz eigene Farben, die ein Kind nur für sich erfindet. Ein Mila-Smaragdgrün. Ein leises Abendblau. Oder etwas, das noch gar keinen Namen hat.
Gerade darin können spielerischer Ausdruck, Wiedererkennen und Austausch entstehen.
Stimmen aus Fachperspektiven
Die Gedanken hinter den Büchern sind im Austausch mit Fachpersonen entstanden und weitergedacht worden – nicht als starres Modell, sondern als behutsamer Zugang.
Leicht und nah
„Das Buch lädt Kinder ganz leicht ein: schauen, erzählen, mitmachen und fühlen.“
Maria Bachlatko – Erzieherin, Yogalehrerin und Kinderyogalehrerin
Ein kleiner Impuls reicht oft
„Schon eine einzelne Seite kann etwas in Bewegung bringen und einen Zugang zu Gefühlen öffnen.“
Markus Hergenröther – Psychologischer Psychotherapeut und Verhaltenstherapeut mit Schwerpunkt Traumatherapie
Feinfühlig und rund
„Ein rundes und feinfühliges Buch, das Kinder in der Vielschichtigkeit ihrer Gefühle gut begleitet.“
Istvan Agardi – Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Familientherapeut und Psychoanalytiker
Offen für Austausch
Diese Seite ist kein fertiger Schlusspunkt, sondern eine Einladung zum Mitdenken.
Wenn Sie Erfahrungen aus der Praxis, eigene Beobachtungen oder weiterführende Gedanken teilen möchten, freuen wir uns darüber.
Manchmal entsteht im Austausch genau das, was trägt.
Weiterführende Literatur
Für alle, die tiefer einsteigen möchten, gibt es eine Auswahl an fachlichen Grundlagen und weiterführender Literatur.
Zur LiteraturlisteDie Inhalte verstehen sich als pädagogische und begleitende Unterstützung im Umgang mit Gefühlen.
Sie ersetzen keine medizinische, psychotherapeutische oder diagnostische Begleitung im Einzelfall.